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Nachhaltig Nähen? Natürlich! 3 praktische Tipps von Natascha von Hirschhausen

Natascha von Hirschhausen steht für schlichte Eleganz, nachhaltig und fair, aus Berlin. Über Umwege ist sie zum Modedesign-Studium gekommen und hat ihren ganz persönlichen Weg gefunden, um im Modebusiness nicht im Rausch der Fast Fashion zu verschwinden. Dafür war der Blick über den Tellerrand eine besondere Bereicherung. Während eines Besuches in Bangladesch wurde sie auf ein großes Problem der Modeindustrie aufmerksam.

“Ich habe die großen Produktionsstellen gesehen und damit auch, wie unglaublich viel Abfall dort allein durch den Verschnitt entsteht. Wenn man den Schnitt auf den Stoff legt, bleibt ja immer ein Rest übrig, das ist der Verschnitt und da kommt unglaublich viel zusammen, wenn man es addiert. Ich habe mich also gefragt, ob man nicht lieber hochwertige Fasern beziehen sollte und mit denen dann so arbeitet, dass gar nicht erst Verschnitt entsteht, den man dann verarbeiten oder wegwerfen muss.”

Aus dieser Frage wurde ihre Abschlussarbeit und schließlich das Prinzip für fast verschnittfreie Schnitte. Natascha stimmt Schnittteile nicht nur auf das entstehende Kleidungsstück ab, sondern auch aufeinander, indem sie die Schnitteile sozusagen ineinander puzzelt. So kann sie nahezu abfallfrei arbeiten und ihr Material bis zum letzten Randstück ausnutzen. Der Verschnitt wird dabei auf unter 2% reduziert. Das Prinzip ist einfach: Rechteckige Schnittteile können wunderbar auf die Stoffbreite angepasst werden. Sie verschwenden so kein wertvolles Material und verursachen auch keinen Müll. Und das ganze klappt mit ein bisschen Übung auch mit Kurven.

“Ich habe angefangen, meine Schnittteile puzzleartig ineinander zu verschachteln, so dass ich auch Kurven und somit klassische Schnitte anbieten kann und gleichzeitig keinen Verschnitt habe. Da gibt es natürlich Herausforderungen. Wenn zum Beispiel Hals- und Armloch zusammenliegen, heißt das, wenn ich meine Armkugel verändern will, ändert sich automatisch auch der Halsausschnitt und das alles auszubalancieren ist schon trickreich.”

Aber es funktioniert! Hier kommen drei Tipps von Natascha, wie du auch zuhause effektiver und nachhaltiger nähen kannst:

Material: Achte schon beim Kauf deines Materials auf hochwertige und umweltfreundliche Qualität. Naturmaterialien sind oftmals haltbarer und umweltschonender als künstliche Fasern. Darüber hinaus gibt es Siegel, die dir in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit behilflich sein können.

Zuschnitt: Lege deine Schnittteile so effizient und platzsparend auf den Stoff wie möglich. Es gibt viele Schnitte die unabhängig vom Fadenlauf gelegt werden können, so kannst du deine Stücke ebenfalls ineinander puzzlen.

Reste: Nicht alle Reste sind direkt für die Tonne. Viele vermeintliche Reststücke sind noch besser zu gebrauchen, als du denkst. Gerade im Patchworkbereich können die kleinsten Teile die schönsten Effekte erzielen. Jerseyreste sind oftmals noch groß genug für Babykleidung oder Unterwäsche.

Exklusiv für die „Make Something Week“ hat Natascha einen ihrer Schnitte für dich kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier findest du den Schnitt für ihren Kimono. Näh direkt los und zeige uns in der Makerist Werkschau und mit mit #makesmthng wie stylish Nachhaltigkeit sein kann.

Mehr Infos über die „Make Something Week“ mit Greenpeace haben wir auf unserer Themenseite für dich gesammelt. Entdecke hier, wie einfach du auch Teil der Kampagne sein kannst und unser Statement MAKE SOMETHING hinaus in die Welt tragen kannst!

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