Korkstoff – Das nachhaltige Trendmaterial

Teuer ist er und eigentlich doch auch nichts anderes als der Korken in der Weinflasche. Stimmt eigentlich, zumindest theoretisch und rein vom Grundmaterial ausgehend. Die Herstellung unterscheidet sich natürlich ein bisschen voneinander und während die Flaschenkorken schon Jahrhunderte lang unsere Lieblingsweine verschließen, gibt es den besonders feinen Korkstoff erst seit kurzem auf dem Markt. Doch woher kommt dieser coole, neue Stoff eigentlich, den wir gerade so verliebt zu Taschen, Accessoires und hübschen Dekogegenständen in der Wohnung verarbeiten?

Die Kork-Ernte: Eine Kunst für sich!

Die erste Schälung der ca. 4 cm starken Rinde erfolgt, wenn der Baum ausgewachsen ist. Ganz vorsichtig schneiden Arbeiter Kerben in die Rinde und lösen sie in größtmöglichen Stücken vom Stamm.

Eine Prozedur, die dem Baum nicht schadet. Im Gegenteil, denn dadurch wächst der Baum erst weiter. Nur verletzten darf man den Stamm nicht, damit die Versorgung der Rinde nicht gefährdet wird. Wie bei uns bleibt nämlich auch dem Baum eine Narbe zurück, die in diesem Fall keine Rinde mehr produzieren würde. Deshalb sind nur erfahrene Arbeiter am Werk, die genau wissen, was sie tun.

Die erste Ernte eignet sich jedoch noch nicht zur Korkstoff-Herstellung, eher als Granulat für Böden und Dämmmaterial. Für den feinen Korkstoff muss man sich weitere 9 bis 12 Jahre gedulden, dann erfolgt die nächste Ernte und dieser Rhythmus bleibt von nun an bestehen. Je öfter geerntet wird, desto feiner die Qualität. Was du dann also bei uns bestellen kannst, ist nicht nur guter Stoff, sondern auch verdammt alt. Doch damit nicht genug: Der geerntete Kork wird noch ca. 6 Monate getrocknet, bevor die Rinde gedämpft und dann weitere sechs bis neun Monate gelagert wird. Anschließend wird das Ganze noch im Wasserbad gekocht, damit Insekten und Gerbstoffe ausgewaschen werden und der Kork schön flach und weich wird. Dann erst beginnt die Weiterverarbeitung zu Granulat, Dämmmaterial, Korken, hauchdünnen Korkplatten oder auch Schmuckformen.

Korkstoff braucht seine Zeit

Unser Korkstoff ist diese besagte hauchdünne Korkplatte, die in etwa aus der Mitte der Rinde gewonnen und mithilfe eines wasserbasierten Klebers auf ein Trägermaterial aufgebracht wird. Die Kombination verleiht dem Ganzen Stabilität und die Möglichkeit zur Weiterverarbeitung, ohne dass der Kork bricht. Du siehst, es vergehen viele Jahre und eine Menge Menschen (und Bäume) sind am Prozess der Korkgewinnung beteiligt, bevor das feine Stöffchen auf unserem Zuschnittisch und unter der Nähmaschine landet. Wir bieten derzeit vier verschiedene Korkstoff-Sorten an.